Wer ein Zimmer streichen möchte, denkt zuerst an Wandfarbe, Farbrolle und Pinsel. Mindestens genauso wichtig ist jedoch die richtige Vorbereitung. Boden, Möbel, Fenster und andere Flächen sorgfältig abzudecken, erspart Ihnen später viel Reinigungsarbeit und schützt vor dauerhaften Farbflecken.
Doch wie deckt man einen Raum vor dem Streichen richtig ab? Reicht einfache Abdeckfolie? Wann ist Abdeckvlies sinnvoll? Und welche Bereiche sollten zusätzlich mit Malerklebeband geschützt werden?
In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie einen Raum zum Streichen richtig abdecken und abkleben und welches Abdeckmaterial Sie dafür benötigen.
Was brauche ich zum Abdecken vor dem Streichen?
Für die meisten Renovierungsarbeiten benötigen Sie nur wenige Materialien:
- Abdeckvlies für den Boden
- Abdeckfolie für Möbel und größere Gegenstände
- Malerklebeband für Kanten und Anschlüsse
- Masker mit Folie für größere Flächen
- gegebenenfalls stärkere Schutzfolie für besonders beanspruchte Bereiche
Welche Materialien Sie tatsächlich benötigen, hängt davon ab, was im Raum verbleibt und welche Flächen gestrichen werden sollen.
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Raum möglichst vollständig ausräumen
Bevor Sie mit dem Abdecken beginnen, sollten Sie möglichst viele Gegenstände aus dem Zimmer entfernen.
Kleine Möbel, Bilder, Dekoration, Vorhänge, Teppiche und andere bewegliche Gegenstände lassen sich außerhalb des Raumes wesentlich einfacher vor Farbe schützen.
Große Möbel, die nicht aus dem Zimmer getragen werden können, stellen Sie möglichst in der Mitte des Raumes zusammen. Dadurch bleibt entlang der Wände ausreichend Platz zum Arbeiten.
Anschließend können die Möbel vollständig mit Abdeckfolie geschützt werden.
Den Boden vollständig abdecken
Der Boden gehört zu den Bereichen, die beim Streichen besonders gefährdet sind. Selbst bei vorsichtigem Arbeiten entstehen kleine Farbspritzer – und eine Farbrolle kann überraschend weit spritzen.
Für Böden ist Abdeckvlies häufig die praktischere Lösung als einfache dünne Folie.
Abdeckvlies bietet mehrere Vorteile:
- es ist robuster als dünne Folie
- es kann während der Arbeiten betreten werden
- es schützt vor Farbspritzern und Verschmutzungen
- es verrutscht bei geeigneter Ausführung weniger leicht
- saugfähige Oberseiten können Flüssigkeit aufnehmen
Achten Sie darauf, die Bahnen ausreichend zu überlappen beziehungsweise die Übergänge zuverlässig zu sichern.
Besonders an den Wandanschlüssen sollte keine ungeschützte Lücke verbleiben.
Möbel mit Abdeckfolie schützen
Große Möbel müssen nicht zwingend aus dem Raum getragen werden. Stellen Sie diese möglichst weit von den zu streichenden Wänden entfernt auf und decken Sie sie vollständig ab.
Hierfür eignet sich leichte PE-Abdeckfolie.
Sie schützt beispielsweise:
- Schränke
- Sofas
- Tische
- Regale
- Einrichtungsgegenstände
- größere Geräte
Die Folie sollte nicht nur auf den Möbeln liegen, sondern ausreichend weit herunterreichen. Fixieren Sie sie bei Bedarf so, dass sie während der Arbeiten nicht verrutschen kann.
Sockelleisten richtig abkleben
Bleiben die Sockelleisten montiert, sollten sie vor dem Streichen geschützt werden.
Bringen Sie ein geeignetes Malerklebeband entlang der oberen Kante der Sockelleiste an und drücken Sie insbesondere die Klebekante sorgfältig fest.
Anschließend kann das Bodenabdeckmaterial bis an die Sockelleiste herangeführt und bei Bedarf fixiert werden.
So entsteht ein möglichst geschlossener Schutz zwischen Wand und Boden.
Wichtig: Wählen Sie das Klebeband passend zur Oberfläche der Sockelleiste. Bei empfindlichen oder frisch beschichteten Oberflächen sollte keine unnötig hohe Klebkraft verwendet werden.
Fenster und Fensterbänke abdecken
Fensterbereiche besitzen viele Kanten und Flächen, die beim Streichen geschützt werden müssen.
Dazu gehören:
- Fensterrahmen
- Fensterbänke
- Beschläge
- angrenzende Glasflächen
Kleinere Bereiche können mit Malerklebeband geschützt werden. Für größere Fensterflächen ist ein Masker mit integrierter Abdeckfolie besonders praktisch.
Dabei werden Klebeband und Folie in einem Arbeitsgang angebracht. Die Folie wird anschließend aufgefaltet und deckt eine deutlich größere Fläche ab.
Das spart insbesondere bei mehreren Fenstern viel Zeit.
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Türen und Türrahmen schützen
Auch Türzargen sollten sorgfältig abgeklebt werden.
Kleben Sie die Übergänge zwischen Wand und Zarge sauber mit geeignetem Klebeband ab. Soll die Tür selbst nicht gestrichen werden, kann sie bei Bedarf zusätzlich mit Folie geschützt werden.
Besonders praktisch sind auch hier Masker-Systeme, wenn größere Flächen schnell abgedeckt werden sollen.
Achten Sie darauf, dass die Klebekante vollständig anliegt. Kleine Lücken können dazu führen, dass Farbe unter das Band gelangt.
Steckdosen und Lichtschalter vorbereiten
Steckdosen und Lichtschalter sollten ebenfalls vor Farbe geschützt werden.
Abdeckrahmen können – sofern dies sicher und fachgerecht möglich ist – vor den Malerarbeiten demontiert werden. Arbeiten an elektrischen Komponenten gehören jedoch ausschließlich in fachkundige Hände; beachten Sie die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen.
Alternativ können entsprechende Bereiche sorgfältig abgeklebt werden.
Wichtig ist vor allem, keine Wandfarbe in elektrische Komponenten gelangen zu lassen.
Heizkörper und andere Einbauten nicht vergessen
Heizkörper, Rohre oder fest verbaute Elemente werden beim Abdecken schnell übersehen.
Je nach Position können Sie kleinere Flächen mit Klebeband schützen oder größere Bereiche mit Folie beziehungsweise einem Masker abdecken.
Gerade hinter und neben Heizkörpern empfiehlt sich eine sorgfältige Vorbereitung, da sich Farbspritzer dort später oft nur umständlich entfernen lassen.
Abdeckfolie oder Abdeckvlies – was ist besser?
Beide Materialien erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Übersicht: Material / Besonders geeignet für
- Material: Abdeckfolie · Besonders geeignet für: Möbel, Fenster, Türen und größere Gegenstände
- Material: Abdeckvlies · Besonders geeignet für: Böden und begehbare Flächen
- Material: Masker mit Folie · Besonders geeignet für: Fenster, Türen und größere angrenzende Flächen
- Material: Malerklebeband · Besonders geeignet für: Kanten, Sockelleisten, Rahmen und präzise Übergänge
Für einen kompletten Raum ist deshalb häufig eine Kombination aus mehreren Abdeckmaterialien die beste Lösung.
Eine dünne Folie kann beispielsweise hervorragend zum Schutz eines Schranks geeignet sein, während sie auf einem häufig betretenen Boden weniger praktisch ist.
Welche Abdeckfolie für welchen Einsatz? – Zum ausführlichen Ratgeber
Welches Klebeband sollte ich zum Abkleben verwenden?
Auch beim Abdecken gilt: Nicht jedes Klebeband eignet sich für jeden Untergrund.
Auf glatten und stabilen Oberflächen können andere Klebebänder verwendet werden als auf empfindlichen oder frisch beschichteten Flächen.
Hochwertige Goldbänder eignen sich je nach Ausführung für zahlreiche klassische Malerarbeiten. Dünne Washi-Tapes sind besonders interessant, wenn präzise Farbkanten gefragt sind.
Auf rauem Putz wiederum muss ein Klebeband ausreichend Haftung entwickeln können.
Wie verhindert man, dass Farbe unter das Klebeband läuft?
Das beste Klebeband hilft wenig, wenn es nicht richtig angebracht wird.
Der Untergrund sollte sauber, trocken und frei von Staub sein. Bringen Sie das Band möglichst ohne Falten auf und drücken Sie insbesondere die Kante zur später gestrichenen Fläche sorgfältig an.
Vermeiden Sie außerdem, große Farbmengen direkt gegen die Klebekante zu drücken.
Je sauberer die Vorbereitung, desto geringer ist das Risiko von Farbunterläufern.
Wann sollte ich das Klebeband wieder entfernen?
Lassen Sie das Klebeband nach Abschluss der Arbeiten nicht automatisch mehrere Tage auf der Oberfläche.
In vielen Fällen empfiehlt es sich, Malerklebeband kontrolliert zu entfernen, bevor die aufgetragene Farbe vollständig durchgehärtet ist. Dadurch kann das Risiko reduziert werden, dass die getrocknete Farbschicht beim Abziehen unkontrolliert einreißt.
Die konkrete Vorgehensweise hängt jedoch von Farbe, Klebeband und Untergrund ab. Beachten Sie deshalb immer die jeweiligen Herstellerangaben.
Häufige Fehler beim Abdecken eines Raumes
Nur den Bereich direkt unter der Wand abdecken
Farbrollen können feine Spritzer deutlich weiter verteilen als erwartet. Schützen Sie deshalb besser den gesamten gefährdeten Boden.
Dünne Folie auf stark begangenen Bodenflächen verwenden
Sie kann verrutschen oder beschädigt werden. Für begehbare Flächen ist geeignetes Abdeckvlies häufig komfortabler.
Möbel nur teilweise abdecken
Feiner Farbnebel und Spritzer können auch seitlich auf Möbel gelangen. Decken Sie empfindliche Gegenstände deshalb vollständig ab.
Das falsche Klebeband verwenden
Besonders starke Klebkraft bedeutet nicht automatisch besseren Schutz. Auf empfindlichen Untergründen kann ein ungeeignetes Band beim Entfernen Schäden verursachen.
Zu schnell mit dem Streichen beginnen
Zehn zusätzliche Minuten beim sorgfältigen Abdecken können später deutlich mehr Zeit beim Reinigen sparen.
Wie lange dauert es, einen Raum zum Streichen abzudecken?
Das hängt von Größe und Einrichtung des Zimmers ab. Ein nahezu leerer Raum lässt sich wesentlich schneller vorbereiten als ein vollständig möbliertes Wohnzimmer.
Planen Sie die Vorbereitung dennoch als festen Bestandteil der Renovierung ein und nicht als lästige Nebenarbeit.
Professionell wirkende Streichergebnisse entstehen nicht allein durch die Farbrolle. Ein sauber vorbereiteter Arbeitsplatz trägt wesentlich dazu bei.
Fazit: Richtiges Abdecken spart nach dem Streichen viel Arbeit
Wenn Sie einen Raum selbst streichen, sollten Sie beim Abdecken nicht sparen. Abdeckvlies schützt den Boden, Abdeckfolie schützt Möbel und Masker erleichtern das großflächige Abdecken von Fenstern, Türen und angrenzenden Bereichen.
Mit dem passenden Malerklebeband sichern Sie zusätzlich Kanten, Sockelleisten und Rahmen.
Die Grundregel ist einfach: Alles, was keine Farbe abbekommen soll, wird vor dem Öffnen des Farbeimers geschützt.
Eine sorgfältige Vorbereitung benötigt etwas Zeit – erspart Ihnen nach dem Streichen jedoch aufwendiges Entfernen von Farbspritzern und unnötigen Ärger.



