Raufasertapete gehört zu den Klassikern an deutschen Wänden. Soll sie bei der nächsten Renovierung entfernt werden, zeigt sich allerdings schnell: Manche Raufaser lässt sich problemlos in größeren Stücken abziehen, andere sitzt scheinbar bombenfest an der Wand.
Doch wie lässt sich alte Raufasertapete möglichst einfach entfernen? Reicht warmes Wasser aus? Wann ist ein Tapetenlöser sinnvoll? Und wofür benötigt man eine Stachelwalze?
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen die besten Methoden zum Entfernen von Raufasertapete und erklären Schritt für Schritt, wie Sie auch hartnäckige Tapeten von der Wand bekommen.
Warum lässt sich Raufasertapete manchmal so schwer entfernen?
Wie einfach sich eine Raufasertapete ablösen lässt, hängt von mehreren Faktoren ab:
- verwendetem Tapetenkleister
- Anzahl der vorhandenen Tapetenschichten
- Untergrund
- Alter der Tapete
- Anzahl und Art der Farbanstriche
- Saugfähigkeit der Oberfläche
Besonders mehrfach überstrichene Raufasertapeten können problematisch sein. Die Farbschichten können verhindern, dass Wasser ausreichend durch die Tapete bis zum darunterliegenden Kleister gelangt.
Genau dort muss die Feuchtigkeit jedoch ankommen.
Deshalb gilt beim Entfernen alter Raufaser:
Nicht möglichst kräftig kratzen – sondern zunächst dafür sorgen, dass der Kleister ausreichend aufgeweicht wird.
Was brauchen Sie zum Entfernen von Raufasertapete?
Für die meisten Arbeiten reicht eine überschaubare Grundausstattung:
- warmes Wasser
- gegebenenfalls Tapetenlöser
- Drucksprüher, Quast oder Schwamm
- Stachelwalze beziehungsweise Perforierwalze
- Tapetenschaber
- Malerspachtel
- Eimer
- Abdeckmaterial
- Arbeitshandschuhe
- Müllsäcke für die Tapetenreste
Gerade bei stark überstrichener Raufaser kann die Kombination aus Stachelwalze, Wasser und Tapetenschaber die Arbeit erheblich erleichtern.
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Methode 1: Raufasertapete mit warmem Wasser entfernen
Beginnen Sie zunächst mit der einfachsten Methode.
Versuchen Sie an einer kleinen Stelle, ob die Tapete Wasser aufnimmt. Befeuchten Sie die Oberfläche großzügig mit warmem Wasser.
Dafür können Sie beispielsweise einen:
- Drucksprüher
- Quast
- Schwamm
- geeigneten Roller
verwenden.
Entscheidend ist nicht nur die Wassermenge, sondern auch die Einwirkzeit.
Das Wasser muss durch die Tapete bis zum Kleister gelangen. Erst wenn dieser ausreichend aufgeweicht ist, lässt sich die Raufaser leichter von der Wand lösen.
Unser Tipp
Versuchen Sie nicht unmittelbar nach dem ersten Befeuchten, die Tapete mit Gewalt abzukratzen.
Lassen Sie das Wasser zunächst einwirken und testen Sie anschließend an einer Ecke, ob sich die Tapete leichter löst.
Ist sie weiterhin fest, befeuchten Sie die Fläche erneut.
Einweichen – warten – testen – erneut einweichen.
Diese Vorgehensweise kann Ihnen viel Kraft und unnötige Beschädigungen des Untergrunds ersparen.
Methode 2: Raufasertapete mit Tapetenlöser entfernen
Reicht warmes Wasser nicht aus, kann ein geeigneter Tapetenlöser zum Einsatz kommen.
Dieser wird entsprechend den Herstellerangaben mit Wasser gemischt beziehungsweise auf die Wand aufgetragen.
Der Tapetenlöser unterstützt dabei, die Verbindung des alten Kleisters zu lösen.
Wichtig ist auch hier, dass die Flüssigkeit überhaupt bis zum Kleister gelangen kann.
Bei stark überstrichener Raufaser kann genau das zum Problem werden.
Methode 3: Überstrichene Raufaser mit einer Stachelwalze perforieren
Wurde eine Raufasertapete im Laufe der Jahre mehrfach gestrichen, können die Farbschichten das Eindringen von Wasser erheblich erschweren.
Sie erkennen das beispielsweise daran, dass aufgetragenes Wasser überwiegend an der Oberfläche bleibt oder abläuft.
In diesem Fall ist eine Stachelwalze beziehungsweise Perforierwalze besonders hilfreich.
Die kleinen Spitzen perforieren die Oberfläche der Tapete. Dadurch entstehen zahlreiche Öffnungen, durch die Wasser oder Tapetenlöser besser in die darunterliegenden Schichten eindringen kann.
So gehen Sie vor:
- Bearbeiten Sie die alte Raufasertapete vorsichtig mit der Stachelwalze.
- Tragen Sie anschließend warmes Wasser oder Tapetenlöser auf.
- Lassen Sie die Flüssigkeit ausreichend einwirken.
- Befeuchten Sie hartnäckige Bereiche gegebenenfalls erneut.
- Versuchen Sie anschließend, die Tapete mit einem Tapetenschaber zu lösen.
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Wichtig: Arbeiten Sie mit kontrolliertem Druck. Die Tapete soll perforiert werden – der darunterliegende Wandaufbau sollte möglichst nicht beschädigt werden.
Methode 4: Raufaser mit dem Tapetenschaber lösen
Ist der Kleister ausreichend aufgeweicht, beginnt das eigentliche Entfernen.
Versuchen Sie zunächst, mit einem Tapetenschaber oder Malerspachtel unter eine Kante der Raufaser zu gelangen.
Heben Sie die Tapete vorsichtig an und versuchen Sie anschließend, sie möglichst großflächig abzuziehen.
Lässt sich die Tapete nur in winzigen Fetzen entfernen, ist sie möglicherweise noch nicht ausreichend durchfeuchtet.
Statt immer kräftiger zu schaben, sollten Sie die Fläche nochmals einweichen.
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Methode 5: Raufasertapete mehrfach einweichen
Bei besonders hartnäckiger Raufaser ist Geduld häufig die wirksamste Methode.
Eine einzige Behandlung mit Wasser reicht nicht immer aus.
Insbesondere wenn mehrere Farbschichten vorhanden sind, kann es notwendig sein, die Wand mehrmals zu befeuchten.
Durch die vorherige Perforation kann bei jedem Durchgang weitere Feuchtigkeit in die Tapete gelangen.
Probieren Sie zwischendurch vorsichtig aus, ob sich die Raufaser inzwischen besser ablösen lässt.
Raufasertapete trocken abziehen – funktioniert das?
Ein Versuch lohnt sich immer.
Lösen Sie zunächst an einer Ecke einen kleinen Bereich und ziehen Sie vorsichtig an der Tapete.
Lässt sie sich problemlos in größeren Stücken von der Wand lösen, können Sie natürlich trocken weiterarbeiten.
Reißt sie dagegen ständig ab oder bleibt die untere Papierschicht fest an der Wand, sollten Sie nicht unnötig viel Zeit investieren.
Wechseln Sie zur Einweichmethode.
Drucksprüher, Quast oder Schwamm – womit lässt sich Raufaser am besten einweichen?
Grundsätzlich funktionieren alle drei Methoden. Welche Variante sinnvoll ist, hängt hauptsächlich von der Größe der Fläche ab.
Drucksprüher
Mit einem Drucksprüher lassen sich größere Wandflächen schnell und relativ gleichmäßig befeuchten. Für komplette Räume ist das besonders komfortabel.
Quast
Ein Quast nimmt viel Flüssigkeit auf und ermöglicht einen kräftigen Auftrag auf die Wand.
Schwamm
Für kleinere Flächen oder einzelne hartnäckige Bereiche reicht ein Schwamm häufig vollkommen aus.
Bei größeren Renovierungsprojekten kann ein Drucksprüher Zeit und Arbeit sparen.
Kann man Raufasertapete mit Spülmittel entfernen?
Ein häufig genannter Heimwerker-Tipp ist, etwas Spülmittel in das warme Wasser zu geben.
Entscheidend für das Ablösen ist jedoch vor allem, dass Feuchtigkeit bis zum Tapetenkleister gelangt und dort ausreichend lange einwirken kann.
Bei einer mehrfach überstrichenen, kaum wasserdurchlässigen Raufasertapete bringt auch ein Zusatz im Wasser wenig, wenn die Flüssigkeit die Kleisterschicht nicht erreicht.
In diesem Fall ist das vorherige Perforieren der Tapete wesentlich wichtiger.
Alternativ können Sie einen dafür vorgesehenen Tapetenlöser nach Herstellerangabe verwenden.
Kann man Raufasertapete mit Dampf entfernen?
Auch Tapetenablöser mit heißem Wasserdampf können bei bestimmten Tapeten eingesetzt werden.
Der Dampf bringt Wärme und Feuchtigkeit an die Tapete und kann dadurch das Aufweichen des Kleisters unterstützen.
Ob diese Methode für Ihren Untergrund geeignet ist, sollte jedoch vorher geprüft werden. Besonders empfindliche Wandaufbauten reagieren möglicherweise problematisch auf größere Mengen Feuchtigkeit und Wärme.
Für viele Heimwerker ist deshalb zunächst die klassische Methode aus Perforieren, Einweichen und Abschaben der unkompliziertere Einstieg.
Vorsicht bei Raufaser auf Gipskarton
Besonders aufmerksam sollten Sie arbeiten, wenn sich die Raufasertapete auf einer Gipskartonwand befindet.
Die Kartonoberfläche der Platte kann durch:
- zu viel Wasser
- aggressive Stachelwalzen
- scharfkantige Spachtel
- kräftiges Schaben
beschädigt werden.
Beginnen Sie deshalb immer an einer kleinen unauffälligen Stelle und arbeiten Sie mit möglichst wenig mechanischer Belastung.
Lässt sich die Tapete nur sehr schwer entfernen, sollten Sie zunächst klären, welcher Wandaufbau vorhanden ist, bevor Sie aggressivere Methoden einsetzen.
Mehrere Schichten Raufasertapete entfernen
In älteren Wohnungen kommt es durchaus vor, dass neue Tapeten einfach über alte Tapetenschichten geklebt wurden.
Dann reicht es möglicherweise nicht, nur die sichtbare Raufaser zu entfernen.
Arbeiten Sie sich Schicht für Schicht vor.
Nach jeder entfernten Schicht prüfen Sie:
- Liegt noch eine weitere Tapete darunter?
- Sind Kleisterreste vorhanden?
- Ist der Untergrund beschädigt?
- Muss erneut eingeweicht werden?
Das dauert länger, schafft jedoch einen definierten Untergrund für die anschließende Renovierung.
Was tun, wenn nur kleine Tapetenreste an der Wand bleiben?
Nachdem die großen Bahnen entfernt wurden, bleiben häufig einzelne Papierstücke und Kleisterreste zurück.
Befeuchten Sie diese Stellen erneut und lassen Sie das Wasser kurz einwirken.
Anschließend können die Reste vorsichtig mit einem Malerspachtel entfernt werden.
Vermeiden Sie es, trockene Papierreste mit viel Kraft von der Wand zu kratzen. Dadurch beschädigen Sie möglicherweise den Untergrund stärker als nötig.
Wie entferne ich Tapetenkleister von der Wand?
Nach dem Ablösen der Raufaser können Kleisterreste auf dem Untergrund verbleiben.
Ob und wie diese entfernt werden müssen, hängt davon ab, wie die Wand anschließend gestaltet werden soll.
Für einen neuen Wandaufbau sollte der Untergrund entsprechend den Anforderungen des folgenden Beschichtungs- oder Tapeziersystems vorbereitet werden.
Kontrollieren Sie die Wand deshalb sorgfältig und entfernen Sie störende beziehungsweise nicht tragfähige Rückstände.
Was kommt nach dem Entfernen der Raufaser?
Ist die alte Tapete vollständig entfernt, sollten Sie zunächst den Zustand der Wand beurteilen.
Kontrollieren Sie insbesondere:
- Löcher
- Risse
- Unebenheiten
- lose Bestandteile
- verbliebene Tapetenreste
- Kleisterreste
- beschädigte Bereiche
Erst danach beginnt die Vorbereitung für die neue Wandgestaltung.
Möchten Sie anschließend eine Vliestapete anbringen, muss der Untergrund entsprechend vorbereitet werden.
Vliestapete tapezieren – Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger
Welches Werkzeug ist zum Entfernen von Raufasertapete sinnvoll?
Für viele Projekte sind drei Werkzeuge besonders hilfreich:
Stachelwalze
Zum Perforieren überstrichener oder schlecht wasserdurchlässiger Raufaser.
Tapetenschaber
Zum großflächigen Ablösen der eingeweichten Tapete.
Malerspachtel
Für kleinere Stellen, Kanten und verbliebene Tapetenreste.
Gerade für Heimwerker kann deshalb ein Tapetenentferner-Set praktisch sein. Die wichtigsten Werkzeuge sind bereits zusammengestellt und können je nach Zustand der Tapete nacheinander eingesetzt werden.
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Die beste Methode bei hartnäckiger Raufasertapete
Wenn Ihre Raufaser wirklich fest sitzt, hat sich folgende Reihenfolge bewährt:
- 1. Trocken testen
- Prüfen Sie zunächst, ob sich die Tapete ohne weitere Maßnahmen abziehen lässt.
- 2. Mit warmem Wasser einweichen
- Nimmt die Tapete Feuchtigkeit auf, lassen Sie diese ausreichend einwirken.
- 3. Bei Bedarf perforieren
- Dringt das Wasser aufgrund von Farbschichten kaum ein, kann eine Stachelwalze helfen.
- 4. Erneut gründlich einweichen
- Jetzt kann die Flüssigkeit durch die entstandenen Öffnungen besser eindringen.
- 5. Einwirken lassen
- Geben Sie der Feuchtigkeit Zeit, den Kleister aufzuweichen.
- 6. Mit Tapetenschaber lösen
- Heben Sie die Tapete vorsichtig an und versuchen Sie, möglichst große Stücke abzuziehen.
- 7. Hartnäckige Stellen erneut behandeln
- Nicht mit Gewalt arbeiten – lieber noch einmal einweichen.
Fazit: So lässt sich Raufasertapete am einfachsten entfernen
Die beste Methode zum Entfernen von Raufasertapete hängt davon ab, wie stark sie an der Wand haftet und ob sie bereits mehrfach überstrichen wurde.
Bei einfacher Raufaser reicht häufig warmes Wasser und ausreichend Einwirkzeit. Ist die Oberfläche durch mehrere Farbanstriche kaum wasserdurchlässig, kann eine Stachelwalze die Tapete perforieren und der Einweichflüssigkeit den Weg zum Kleister erleichtern.
Anschließend helfen Tapetenschaber und Malerspachtel, die aufgeweichte Tapete möglichst großflächig zu entfernen.
Die wichtigste Regel lautet auch bei hartnäckiger Raufaser: Erst ausreichend einweichen, dann schaben. Das spart Kraft, Zeit und kann unnötige Beschädigungen der Wand vermeiden.



